Articles in Category: Aktuelles

Veranstaltungen des HFH zur Interkulturellen Woche 2018 „Vielfalt verbindet

Unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ wird die diesjährige Interkulturelle Woche im September (24. – 29. September 2018) durchgeführt. Der Toleranzgedanke verbindet sich dabei mit dem Erleben kultureller Vielfalt und mit einem bereichernden Kennenlernen im humanistischen Miteinander. Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. beteiligt sich an dieser Aktionswoche mit folgenden Veranstaltungen:

Jugendtreff „Miteinander“, Karl-Thon-Straße 42, 14641 Nauen, Anfragen unter Tel.: 03321/ 450746

Freitag, 28.09.2018, 16:00 – 19:00 Uhr       Syrischer Nachmittag: Berichte über Syrien,
                                                                     gemeinsames Kochen syrischer Gerichte.

Jugendklub „Big Family“, Oranienburger Straße 16, 14656 Brieselang/ OT Bredow, Tel.: 03321/ 828222

Dienstag, 25.09.2018, 16:00 Uhr               Indischer Nachmittag, Berichte über Land und
                                                                   Leute,
                                                                   Fotos vom Deutsch-Indischen
                                                                   Jugendaustausch in Indien 2017,
                                                                   gemeinsames Kochen von indischen Gerichten         

Jugendklub „Millennium“, Wustermarker Allee 5, 14656 Brieselang, Tel.: 033232/ 41199

Freitag, 28.09.2018, ab 18:00 Uhr                    Japan -Tag im Jugendklub

Jugendklub Wustermark, Mühlenweg 7, 14641 Wustermark, Tel.: 033234/ 89248

Dienstag, 25.09.2018,  15:00 bis 17:00 Uhr      

Thementag: „Vielfalt verbindet“

Der Fotoband „What I eat - around the world in 80 diets” zeigt Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen und ihre alltäglichen Lebensmittel und Gerichte. Die Kinder und Jugendlichen erhalten auch einen Einblick in das Leben und die Speisegewohnheiten, die in einer Momentaufnahme eingefangen wurden. So werden sie erkennen, dass nicht alle Menschen auf der Welt an einem Tisch speisen.

Der Fotoband „Material world- a global family portrait“ zeigt Menschen in ihren Wohnsituationen und mit ihrem materiellen Besitz. Die Diversität sowie der Gegensatz von Armut und Reichtum werden sicher thematisiert und sollen auch als Anregung zum Austausch dienen.

Mittwoch, 26.09.2018, 15:00 bis 19:00 Uhr      Drachen bauen und gestalten zum Thema
                                                                          „Vielfalt verbindet“

Samstag, 29.09.2018, 15:00 bis 18:00 Uhr        Filmnachmittag Thema: Abbau von
                                                                            kulturellen Vorurteilen 

Begegnungsstätte, Karl-Thon-Straße 42, 14641 Nauen, Tel.: 03321/ 7484180

Montag, 24.09.2018, Uhrzeit nach Vereinbarung   Ausflug zum Karls-Erlebnishof,
                                                                                Besuch Kürbisausstellung,
                                                                                gemeinsames Picknick

Weitere Informationen können auch in unserer Geschäftsstelle Nauen erfragt werden (Tel: 03321- 450746 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ).

Donnerstag, 13 September 2018

Late Night Shopping

Der Humanistische Freidenkerbund führt in seinem Begegnungscafé und seiner Kleiderkammer einen abendlichen „Sommerschlussverkauf“ und ein gemütliches Treffen durch. Zum Late Night Shopping oder einfach nur zum Vorbeischauen sind alle Interessenten herzlich eingeladen. Es findet am Freitag, dem  7. September 2018, von 16.00 bis 21.00 Uhr, in Nauen, Karl-Thon-Str. 42, statt.

Für Kinder und Jugendliche ist gleichzeitig der Jugendtreff Miteinander im Hause offen. Für sie werden verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten wie Malen, Basteln, Spielen (Billard, Fußballkicker usw.) und Gemütlichkeit angeboten.

Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Jeannine Stolze und Dr. Volker Mueller

Donnerstag, 30 August 2018

Indische Jugendgruppe in Nauen empfangen!

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. hat eine achtköpfige Jugendgruppe aus dem Atheist Centre in Vijayawada/ Indien empfangen. Sie wird bis zum 23. August 2018 im Havelland zu Gast sein und bei Gastfamilien wohnen. Neben verschiedenen Treffen und Interaktionen mit jungen Leuten aus dem Havelland werden wir gemeinsam kulturelle und historische Orte besichtigen wie in Berlin den Bundestag, in Potsdam das Schloss Sanssouci, in Oranienburg die Gedenkstätte Sachsenhausen sowie im Havelland einige Sozial- und Jugendeinrichtungen und Schulen.
 
Im Vordergrund steht das Thema "Bildung contra Armut", das aus der Sicht der indischen und deutschen Jugendlichen in Workshops bearbeitet werden wird. Am Montag, dem 20.8.18, um 17.00 Uhr, werden die Ergebnisse der Workshops öffentlich präsentiert. Alle Interessenten sind herzlich dazu in den Jugendklub Brieselang,  Wustermarker Allee 5, eingeladen.


Montag, 13 August 2018

Falkenseer Tafel ist umgezogen

Wie allgemein bekannt, ist die Falkenseer Tafel in das neue Objekt in der Döberitzer Str. 15 umgezogen. Ab sofort hat die Falkenseer Tafel e.V. eine neue Anschrift: 14612 Falkensee, Döberitzer Str. 15.

Die soziale Möbelbörse (Tel.: 03322-127818) sowie  die Kleiderkammer und die Lebensmittelausgabe/ Tafelladen (Tel.: 03322-429265) sind ab Montag, dem 30. Juli 2018 zu den bisherigen Öffnungszeiten wieder für alle Bedürftigen geöffnet.

Dr. Volker Mueller

Vorsitzender

Samstag, 28 Juli 2018

Wir erwarten im Havelland wieder eine Jugendgruppe aus Indien!

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. führt seinen Deutsch-Indischen Jugendaustausch fort und hat vom 9. bis 23. August 2018 eine siebenköpfige Jugendgruppe aus dem Atheist Centre in Vijayawada/ Andhra Pradesh zu Gast. Die jungen Inderinnen und Inder sind in deutschen Gastfamilien untergebracht.

Auf dem Programm stehen viele Begegnungen und Erlebnisse: geplant sind u.a. der Besuch geschichtsträchtiger Orte in Berlin und Brandenburg (u.a. Gedenkstätte KZ Sachsenhausen, Holocaust-Mahnmal, Schloss Sanssouci, Deutscher Bundestag), der Besuch von Sozial-, Jugend- und Bildungseinrichtungen und Schulen (u.a. Zeebr@-Grundschule Zeestow, Leonardo Da Vinci Campus Nauen, Heinz-Sielmann-Oberschule Elstal) und Interaktionen mit deutschen Jugendlichen, u.a. in den Jugendklubs Brieselang und Wustermark.

Den inhaltlichen Schwerpunkt dieser außerschulisch organisierten Jugendbegegnung bildet das Thema „Bildung contra Armut. Lebenslagen junger Menschen“. Dazu werden sich die jungen Leute mit verschiedenen aktuellen Themen auseinandersetzten und es wird  Gesprächsrunden geben.

Daran schließen sich vom 17. bis 20. August 2018 Workshoptage an. Diese werden durch Impulsreferate und eine thematische Filmvorführung mit anschließender Diskussion bereichert. In den Workshops geht es um einzelne selbsterarbeitete Themen zur Armutssituation in der Welt, zur Rolle von Bildung in der Gegenwart und zum Zusammenhang von Bildung und Armut.

Den Abschluss des Workshops bildet eine öffentliche Präsentation am 20.08.2018, von 17:00 bis 18:30 Uhr, im Jugendklub „Millennium“, in Brieselang, Wustermarker Allee 5, zu der alle Interessenten/innen eingeladen sind.

Die Ergebnisse und die erstellten Materialien der Workshops werden aufbereitet und anschließend Jugendeinrichtungen für die außerschulische Jugendbildung zur Verfügung gestellt.

Natürlich werden wir uns auch mit der sozialen und kulturellen Situation in Südindien und in Europa vertraut machen. Verschiedene Treffen und Interaktionen zwischen den indischen und den deutschen Jugendlichen runden die Jugendbegegnung ab.

Insgesamt dient der humanistische Jugendaustausch dem Kennenlernen verschiedener Kulturen, einem besseren Verstehen der anderen Lebenssituationen sowie einem toleranten humanistischen Miteinander der jungen Menschen. Die Gleichwertigkeit aller Menschen, egal woher sie kommen, welche soziale Lebenssituation sie haben und welche Hautfarbe sie besitzen, ist für uns selbstverständlich und wird durch das tägliche Zusammensein gelebt. Visionen und Vorstellungen von der Zukunft der „Einen Welt“, in der wir leben, werden im Vordergrund stehen. Die Freundschaft und die Offenheit der indischen Menschen haben wir seit dem Beginn unseres Jugendaustausches im Jahr 1996 mehrmals erleben dürfen.

Junge Interessenten können sich gern über unser Austauschprogramm bei uns informieren (Tel.: 03321/ 450746, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) und an Aktivitäten - z.B. an den Workshoptagen - teilnehmen. Anmeldungen sind möglich. Es sind noch einige wenige Plätze frei.

Der Jugendaustausch wird u.a. durch das Land Brandenburg, den Kinder- und Jugendplan des Bundes und den Landkreis Havelland finanziell unterstützt.

Dr. Volker Mueller

Mittwoch, 25 Juli 2018

Sagen können, was man denkt. Leben können, wie man will

Rückblick auf die Veranstaltung „Verfolgte Humanist*innen“ am 21. Juni 2018 in Berlin

Die Freiheit des Denkens und des Glaubens sind kostbare Menschenrechte, die längst noch nicht in allen Ländern der Welt geachtet werden. Auch Atheist*innen und Humanist*innen sind oftmals Opfer von staatlicher Ungleichbehandlung, Unterdrückung und Verfolgung, weil sie an herrschenden religiösen Glaubensvorstellungen zweifeln. Zum Welthumanistentag am 21. Juni 2018 lud der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften in Kooperation mit dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg und der Humanistischen Akademie zu der Diskussionsveranstaltung „Verfolgte Humanist*innen“ ein.

Gary McLelland, geschäftsführender Direktor der Internationalen Humanistisch Ethischen Union (IHEU) stellte den jährlich erscheinenden Freedom-of-Thought-Bericht vor, der die internationalen Entwicklungen im Bereich Glaubens- und Meinungsfreiheit dokumentiert und analysiert. In vielen Ländern werde „religiöser Frieden“ sehr eng definiert und ausgelegt, wie McLelland berichtete. Das habe zur Folge, dass Humanist*innen, Atheist*innen und Nicht-Religöse in ihren Menschenrechten nicht geschützt werden. Weit verbreitete Gesetze gegen „Blasphemie“ (Gotteslästerung) und „Apostasy“ (Abkehr vom Glauben) erschweren das Leben von freidenkenden Menschen erheblich. Jeder könne leicht mit diesen Gesetze in Konflikt geraten, oft würden sie für politische Zwecke instrumentalisiert und bergen das Potential, automatisch freies/kritisches Denken und Reden zu kriminalisieren und Nicht- Gläubige, Humanist*innen und Atheist*innen zu schikanieren und zu verfolgen.

Auch in Europa gebe es diese „Blasphemie“-Paragraphen, auch wenn sie weit weniger Anwendung fänden als beispielsweise in arabischen Ländern oder in Bangladesch. Aus Sicht von McLelland mache es die Existenz dieser Paragraphen auch in Europa der IHEU auf internationaler Ebene, zum Beispiel bei Gesprächen im Rahmen der UN, sehr schwer, deren Abschaffung in Ländern wie Pakistan zu fordern. „Ihr habt sie doch auch“, hieße es dann oft. Die IHEU setze sich daher für die weltweite Abschaffung der „Blasphemie“-Paragraphen ein. Auch Lamine, ein junger Algerier, der an dem Abend zu Gast war, lebt inzwischen nicht mehr in seinem Heimatland, weil ihm Verfolgung aufgrund seines säkularen Engagements droht. „Eigentlich wollten wir uns nur unter Gleichgesinnten austauschen, wie wir in unserem Land leben wollen, wie es uns geht, was uns stört, was wir uns anders wünschen. Die ursprüngliche Idee war nie, eine Bewegung zu organisieren.“ Gemeinsam mit Freunden habe er eine Facebook-Gruppe gegründet, als Reaktion auf politische Unterdrückung und um offen zu reden, zu diskutieren, zu kritisieren und zu philosophieren. Auch viele Frauen seien aufgrund eigener Betroffenheit dabei gewesen. Die Online-Aktivitäten der Gruppe störten den Algerien Staat dabei offenbar lange wenig. Aber dann wurden die Medien auf die Gruppe aufmerksam und stellten sie öffentlich an den Pranger. Nun griff auch der Staatsschutz ein, verhaftete einzelne Aktive aus der Gruppe und legte auch Lamine nahe, es sei besser, er halte den Mund oder verlasse das Land. Jetzt sei er als Student in Deutschland, verfolge die Situation in Algerien aber weiter sehr aufmerksam und versucht hier auf die Lage aufmerksam zu machen. Hier in Deutschland könne er sagen, was er denke und leben, wie er möchte.

Das geht leider nicht allen nicht-religiösen Menschen so, die nach Deutschland kommen und hier Schutz suchen, frei und ohne Angst leben wollen. Die junge Syrerin auf dem Podium, die von dem Krieg aus ihrem Heimatland geflüchtet war und zwar Muslima sei, in deren Familie religiöse Praxis aber nie eine große Rolle gespielt habe, kämpft im Flüchtlingsheim täglich mit Angriffen und Beschimpfungen von Seiten sehr religiösen, vor allem männlichen Bewohnern. Die Gedanken sind frei, aber man sieht ihr ihre gewollte Freiheit und Selbstbestimmung auch äußerlich an. Sie trägt keinen Schleier, ist alleinerziehend und schwanger. Sie wird als Schlampe bezeichnet und immer wieder bedrängt, warum sie kein Kopftuch trage, warum sie keinen Mann habe. Diese junge Frau hätte zumindest aufgrund ihrer Schwangerschaft ein Recht auf Behandlung als „besonders schutzbedürftige Person“. Aber es gibt keine Wohnungen in Berlin und so muss sie weiter im Wohnheim bleiben. Ihre Familie sei ihre Unterstützung, die sie in ihrer Säkularität unterstütze und sie hat in Deutschland auch Verbündete gefunden. Aber die Wohnsituation ist prekär.

Sowenig wie Atheismus oder Nicht-Gläubigkeit als Fluchtgrund akzeptiert sei, so wenig hätten die deutschen Behörden im Blick, dass nicht-religiöse Menschen in Flüchtlingsunterkünften massivem Druck ausgesetzt seien, wie Katja Labidi, Koordinatorin der Geflüchteten-Projekte im Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg anmerkte. Die Verfolgung und Angst gehe in Deutschland weiter. Ein unhaltbarer Zustand.

Das interessierte Publikum fragte noch viele Details aus dem Leben der beiden jungen Menschen, die mit so unterschiedlichen Erfahrungen nach Deutschland gekommen sind und hier leben. Wichtig sei, so der breite Konsens in der Diskussion, mehr Öffentlichkeit für die Situation von humanistischen Geflüchteten zu schaffen –zur Situation in den Herkunftsländern, sowie auch zu jener hier in Deutschland. Politisch gelte es ferner, sich für die Abschaffung der „Blasphemie“-Paragraphen einzusetzen, die für Verfolgung von staatlicher, aber auch von privater Seite genutzt werden. Und es sei wichtig, die Vernetzung unter den Betroffenen zu stärken und sie zu unterstützen. Der Arbeitskreis „Humanistische Geflüchtete“ beim Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg oder auch der Verein „Säkulare Flüchlingshilfe e.V.“, der an dem Abend dabei war, sind dafür gute Anlaufpunkte in Berlin und überregional sind es der DFW sowie die anderen freigeistigen Organisationen, an die sich säkular gesinnte Flüchtlinge und Migrant*innen wenden können.

Tina Bär

Renate Bauer 

Mittwoch, 11 Juli 2018

Exkursion in das frühe KZ Börnicke bei Nauen und das KZ Sachsenhausen

Der 29.05.2018 war für die Schüler/innen des Schülerrates sowie für unsere besonders geschichtsinteressierten Schüler ein emotional äußerst aufwühlender Tag. Gemeinsam mit Frau Bruder, Frau Soyka, Herrn Czaplicki und Herrn Dr. Mueller, dem Vorsitzenden des Humanistischen Freidenker Bundes Havelland e.V., unternahmen die Schüler/innen nämlich eine Exkursion in das frühe KZ Börnicke bei Nauen und das KZ Sachsenhausen.

Die erste Destination stellte das frühe KZ Börnicke bei Nauen dar.

Viel ist von der ehemaligen Folter- und Todesstätte, die vom Mai bis zum Juli 1933 existierte und von der Sturmabteilung (SA) in einer einstigen Zementfabrik eingerichtet sowie als Wehrsportschule betrieben wurde, nicht mehr übrig. Intakt ist lediglich das ehemalige Wohn- und Verwaltungshaus der SA-Standarte 224. Die Baracken, in denen vor allem SPD- sowie KPD-Mitglieder als auch andersdenkende Gemeindevertreter und Stadtverordnete sowie vereinzelt Juden inhaftiert waren, existieren nicht mehr. Einzig im Boden eingelassene Markierungen verraten ihre Standorte.

Plastisch schilderte Herr Dr. Müller den Schülern, wie grausam und inhuman die zu Unrecht gefangenen Menschen, die insbesondere aus Nauen und Ketzin stammten, dort misshandelt wurden. Nachdem man sie ohne jegliches Strafverfahren entführte, haben sie die SA-Aufseher mit Hundepeitschen und dem Ochsenziemern „Willkommen geheißen“. Die Verhöre fanden zumeist nachts im Vernehmungsraum statt, wobei die Häftlinge von den SA-Männern gefoltert bzw. bewusstlos geschlagen wurden. Daneben wurden die Insassen zum Wegebau sowie Forstarbeiten und zum Ausbau der dortigen SA-Gruppenführerschule eingesetzt. Geschlafen haben die Häftlinge dichtgedrängt auf dem Stroh bedeckten Boden einer Baracke. Decken und Wäsche besaßen sie nicht. Von den insgesamt ca. 140 Häftlingen, kamen zehn Menschen im KZ Börnicke infolge der brutalen Torturen ums Leben Vernehmungsraum und weitere an den Folgen der Qualen, die sie dort erleiden mussten.

Das KZ Börnicke wurde aufgelöst, weil sich einige Anwohner über die Schreie der leidenden Gefangenen beschwerten und Angehörige nach ihren inhaftierten Familienmitgliedern fragten. Am 26. Juni 1933 ordnete der Potsdamer Regierungspräsident Ernst Fromm die Auflösung des Lagers an. 79 Inhaftierte wurden in das KZ Oranienburg deportiert.

Die zweite Destination war der Besuch des KZ Sachsenhausen.

Das KZ Sachsenhausen, das 1936 entstand und bis zum Kriegsende 1945 existierte, war neben dem bayerischen KZ Dachau, das erste nationalsozialistische deutsche Konzentrationslager. Es befand sich nördlich von Berlin im Ortsteil Sandhausen der Stadt Oranienburg[1] und nahm aufgrund seiner Nähe zur Hauptstadt eine Sonderrolle im KZ-System als Ausbildungsstätte für KZ-Kommandanten und SS-Standarten ein. Ab 1938 zentrale Verwaltung aller Konzentrationslager im NS-Machtbereich. Die Bauweise des KZ war panoptisch angelegt. D.h., dass es ein gleichschenkliges Dreieck bildete, damit die Häftlinge optimal überwacht bzw. vom Wachturm A durch ein einziges Maschinengewehr erreicht werden konnten, um sie bei Fluchtversuchen oder bei Aufständen ungehindert niederschießen zu können. Geschossen wurde ohne warnenden Anruf.

200.000 Menschen aus ca. 40 Nationen wurden schätzungsweise nach Sachsenhausen deportiert. Zunächst handelte es sich um politische Gegner des NS-Regimes, danach immer öfter um Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma sowie sog. Asoziale, also insgesamt um jene Menschen, die von den Nationalsozialisten als rassisch und/oder sozial minderwertig betrachtet wurden. Die Zeugen Jehovas wurden wegen ihrer Ablehnung des Militärdienstes vermehrt inhaftiert. Ab 1939 wurden auch die Bürger der besetzten europäischen Staaten u.a. in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Zwischen 1941 und 1945 wurden u. a. mindestens 12.000 sowjetische Kriegsgefangene im Rahmen systematischer Vernichtungsaktionen mittels einer Massenerschießungsanlage umgebracht. Im KZ Sachsenhausen sollen insgesamt mehrere zehntausend Gefangene ermordet worden sein. Weitere Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Experimente und Misshandlungen ums Leben.

Abschließend ist festzuhalten, dass eine genaue Dokumentation der Auswüchse an Inhumanität in der NS-Diktatur von unschätzbarem Wert ist, um im Alltag eine lebendige Erinnerungskultur an die Opfer des Holocausts und des Nationalsozialismus‘ insgesamt aufrechtzuerhalten. In einer Demokratie ist es unser aller Aufgabe zu tradieren, dass nicht vor allzu langer Zeit Kinder, Frauen und Männer - Menschen mit ihrer individuellen Lebensgeschichte, mit Gefühlen, Träumen und Wünschen - auf menschenverachtende sowie hinterhältige Art und Weise aus der Mitte der Gesellschaft gerissen wurden, um einen grausamen sowie sinnlosen Tod zu sterben. 

Text und Fotos von Rafal Czaplicki.

Freitag, 06 Juli 2018

Wanderpokal von Brieselanger Fußballmannschaft gewonnen

Vor kurzem fanden die traditionellen Freien Jugendtage des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V. (HFH) statt. Den Höhepunkt dieser Freien Jugendtage bildete das öffentliche Jugendtreffen in Wustermark. Bei Sport, Spiel und gemütlicher Grillparty wurde eine fröhliche Zeit miteinander verbracht. Neue Kontakte wurden geknüpft.

Im Rahmen des jährlichen Havelländischen Jugendtreffens wurde auch das Fußballturnier um den Wanderpokal des HFH durchgeführt. Den Wanderpokal gewonnen hat die Fußballmannschaft aus dem Jugendklub Brieselang, die ihn dann in einem Jahr verteidigen will. Wir gratulieren!

Dr. Volker Mueller

Vorsitzender


Donnerstag, 05 Juli 2018